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Weinbergschnecken halten und züchten – So machst du es richtig

Weinbergschnecken halten und züchten – So machst du es richtig

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Weinbergschnecken sind den meisten Menschen ein Begriff. Diese Tiere kommen in unseren Breitengraden zum Teil sehr häufig vor. Manche Menschen können nicht viel mit diesen Kriechtieren anfangen, für Andere sind sie sogar eine Delikatesse oder doch lieber ein Haustier. 

Daher möchte ich dir in diesem Artikel zeigen, wie du Weinbergschnecken halten und züchten kannst und auf welche Dinge du dabei achten solltest. 

Der Vorteil an der Zucht von Weinbergschnecken

Weinbergschnecke hängt an einer wand

Der Ein oder Andere mag sich jetzt fragen, wieso man Weinbergschnecken züchten sollte. Tatsächlich kann das jedoch einige Vorteile haben. Zum Einen gibt es einige Tiere, wie manche Echsenarten, die sich auch von Schnecken ernähren, zum Anderen können auch wir Menschen diese Tiere essen. 

Es mag seltsam klingen, aber Schnecken zählen als Delikatesse. Wenn man weiß wie man sie zubereitet, können sie zu einem proteinreichen Festmahl werden. 

Wenn man also etwas ungewöhnliches Futtertiere für seine Haustiere sucht, oder sich selbst kulinarisch ausprobieren möchte, kann die Zucht von Weinbergschnecken eine sinnvolle und spannende Idee sein. Allerdings gibt es auch rechtlich einige Dinge zu beachten, auf die ich im Folgenden noch genauer eingehen werde.

Weinbergschnecken züchten – Schritt für Schritt

Zunächst einmal möchte ich dir erklären, wie du Weinbergschnecken erfolgreich züchten kannst. Wenn du etwas Platz hast und am besten über einen Garten verfügt, stellt die Zucht keine allzu große Herausforderung dar. 

1. Die richtigen Utensilien

Erst einmal werden wir uns um die Utensilien kümmern, die du für die erfolgreiche Zucht und Weinbergschnecken brauchst. Ich gehe in diesem Beispiel davon aus, dass du die Tiere im Garten hältst, da dies die sicherste Methode ist.
Alternativ kann man Weinbergschnecken auch im Terrarium züchten. Die Lebensbedingungen sind jedoch nicht ideal.

Das wird alles Benötigt:

Für deinen Start der Weinbergschneckenzucht kannst du also etwa mit Kosten von 75€ rechnen.

2. Die Zucht starten

Zunächst einmal ist es sehr wichtig, dass man das Gehege für die Weinbergschnecken sinnvoll und sicher absteckt. Weinbergschnecken ernähren sich sehr gerne von Wildkräutern. Wenn du also einen Bereich im Garten hast, in dem viele Wildkräuter vorkommen, so macht es Sinn, das Gehege dort aufzubauen.

Der Zaun selbst muss dabei nicht hoch sein, etwa 30 Zentimeter reichen vollkommen aus. Wie groß das Gehege sein soll, hängt von dem Umfang der Zucht ab, die du planst. Je mehr Tiere es sind, desto mehr Platz sollte natürlich auch vorhanden sein. 

Damit die Schnecken jetzt nicht ausbrechen können, kommt nun das Pflanzenfett und Salz ins Spiel. Das wird miteinander zu einer Paste vermengt. Diese Paste trägst du auf die oberen 10 Zentimeter des Zaunes auf. Diesen Bereich werden die Tiere nicht betreten, was zur Folge hat, dass sie im Gehege bleiben werden.
Besonders nach starken Regenfällen solltest du immer wieder kontrollieren, ob die Paste noch haftet, im Grunde ist sie durch das Fett aber größtenteils wasserabweisend. 

Anschließend können die Mutterschnecken in das Gehege gesetzt werden. Diese werden sich bei guten Bedingungen miteinander verpaaren und legen dann ihre Eier. Da Schnecken Zwitter sind, können alle Schnecken, die du einsetzt, trächtig werden und Eier legen. 

Auch wenn im Gehege selbst eventuell ein großes Nahrungsangebot besteht, solltest du dennoch verschiedene Dinge, wie beispielsweise Salat oder Kohl anbieten. Je mehr Nahrung die Tiere haben, desto besser vermehren sie sich. Wichtig ist auch, dass du Sepiaschalen mit anbietest. Diese helfen den Tieren bei der Bildung ihres Schneckenhauses, was wiederum zu einem gesunden Wachstum beiträgt.

3. Reproduktion und Besonderheiten an der Zucht

Wer jetzt denkt, dass er nach einigen Wochen bereits sein erstes Abendessen “ernten” kann, den muss ich leider enttäuschen. Eine Schnecke legt etwa 20 bis 30 Eier. Bis diese Tiere ausgeschlüpft und ausgewachsen sind, vergehen etwa zwei Jahre.
Die Zucht von Weinbergschnecken ist also ein eher langfristiges Projekt. 

Wer seinen Bestand nicht gefährden möchte, der sollte die Mutterschnecken über den Winter in einer Box mit Substrat und Laub im Keller unterbringen. Auch wenn die Tiere die hiesigen Temperaturen gewöhnt sind, kann es sein, dass dein Gehege nicht die nötigen Anforderungen hat, dass die Tiere sicher überwintern können. 

Im Frühjahr kann man die Schnecken dann wieder nach draußen setzen. 

Weinbergschnecken halten – Was ist erlaubt und was nicht?

Weinbergschnecke mit Jungtier auf dem Schneckenhaus

Ob es nun um die Zucht oder das Halten von Weinbergschnecken geht, man hört immer wieder, dass die Tiere geschützt sind und somit privat nicht gehalten werden dürfen.
Das ist nur halb richtig. Daher werde ich im Folgenden darauf eingehen, was bei der Haltung und Zucht der Weinbergschnecke zu beachten gilt. 

Weinbergschnecken im Garten ansiedeln – Eine gute Idee?

Zunächst einmal möchte ich auf die Frage eingehen, ob es sinnvoll ist, Weinbergschnecken im eigenen Garten anzusiedeln oder generell wieder freizulassen. 

Hierzu kann ich nur sagen, dass dies erstens biologisch gesehen nicht sinnvoll ist und sogar unter Strafe steht. Solltest du nämlich die Weinbergschnecken in einem Gebiet (das kann auch dein Garten sein) aussetzen, in dem sie natürlich nicht vorkommen, so könnte es das Gleichgewicht des Ökosystems stören. 

Auch wenn der Gedanke zunächst einmal sinnvoll klingt, eine geschützte Art zu züchten und dann wieder anzusiedeln, ist dies eher kontraproduktiv. Daher kann ich dir nur abraten, Weinbergschnecken im Garten oder sonst wo anzusiedeln.  

Gesetzliche Regelungen für die Haltung von Weinbergschnecken

Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass du Weinbergschnecken halten und auch züchten darfst. Allerdings ist es nicht erlaubt, die Tiere aus der Natur zu entnehmen. 

Wer also mit dem Gedanken gespielt hat, eine oder mehrere Weinbergschnecken auf dem nahe gelegenen Weinberg mit nach Hause zu nehmen, dem kann ich nur davon abraten. Unter diesen Umständen würdest du dich tatsächlich sogar strafbar machen. 

Erlaubt ist jedoch, die Weinbergschnecken von einem Züchter direkt zu kaufen. Tiere, die nicht aus der freien Wildbahn stammen, dürfen somit gehalten und auch gezüchtet werden. 

Anforderungen an die Haltung von Weinbergschnecken

Zwei Weinbergschnecken auf einer Holzlatte

Wer Weinbergschnecken als Haustiere halten möchte, der sollte natürlich schauen, dass er das Terrarium so naturgetreu wie möglich einrichtet. 

Auch wenn Schnecken sehr langsam sind und scheinbar nicht viel Bewegung brauchen, so würde ich dennoch ein Terrarium mit den Mindestmaßen von 50x40x40 (LxBxH) Zentimetern empfehlen. Achte auch darauf, dass das Terrarium aus Glas ist und einen gut verschließbaren Deckel hat.

Die Schnecken brauchen keine spezielle Wärmequelle. Die reine Zimmertemperatur reicht in der Regel vollkommen aus. 

Die Luftfeuchtigkeit sollte jedoch zwischen 70 und 80 Prozent gehalten werden. Das erreichst du in der Regel damit, dass du täglich lauwarmes Wasser mittels einer Sprühflasche in das Terrarium sprühst. 

Als Bodengrund würde ich dir klassische Erde empfehlen. Achte jedoch darauf, dass sie weder gedüngt noch anderweitig behandelt wurde. 

Dann kannst du noch eine kleine Schale mit Wasser zum Trinken und einige Äste sowie Steine und Rindenstücke zum Klettern und Verstecken anbieten. 

Zum Fressen kannst du deinen Schnecken auch hier wieder frische Kräuter, etwas Gemüse und Sepiaschalen zur Verfügung stellen. 

Fazit: Weinbergschnecken halten und züchten ist einfach aber erfordert Geduld

Die Haltung und Zucht von Weinbergschnecken mag zunächst einmal etwas seltsam klingen, kann aber durchaus spannend und lehrreich sein. Besonders für Kinder können Schnecken ein tolles Haustier sein, wenn man die Haltung als Elternteil etwas anleitet. 

Wenn du dich generell für die Haltung von Schnecken interessierst, schau dir diesen Artikel zur Achatschnecke an:

Ich freue mich, wenn ich dir in diesem Artikel die Haltung und Zucht der Weinbergschnecke etwas näher bringen konnte. Solltest du jedoch noch Fragen haben, schreib mir gerne einen Kommentar. 

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