Feuersalamander – Haltung und Pflege im Terrarium

Feuersalamander – Haltung und Pflege im Terrarium

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Wenn wir an exotische Tiere denken, vergisst man schnell, dass sie durchaus auch vor der eigenen Haustür herumlaufen können. Auch wenn Feuersalamander (Lat.: Salamandra salamandra) hierzulande in freier Wildbahn inzwischen recht selten geworden sind, trifft man sie mit etwas Glück durchaus noch an. 

Da es immer mehr Menschen gibt, die sich für die Feuersalamander-Haltung interessieren, möchte ich dir in diesem Artikel gerne zeigen, worauf du achten solltest. Wenn du bereits ein solches Tier hast, oder planst dir eins zuzulegen, ist dieser Artikel genau das Richtige für dich.

Optische Merkmale von Feuersalamandern (Salamandra salamandra)

Feuersalamander im Wasser

Feuersalamander sind unschwer zu verwechseln. Sie besitzen eine sehr dunkle bis schwarze Grundfärbung mit auffälligen gelben Flecken. Diese Zeichnung soll Fressfeinden signalisieren, dass es sich um ein giftiges Tier handelt. 

Der Kopf ist wie für Amphibien üblich abgeflacht und das Maul ist recht breit. Der Körperbau an sich ist gedrungen und kräftig. 

Feuersalamander haben nicht besonders lange Beine und bewegen sich daher nur recht langsam fort. Dank des Giftes werden sie dennoch von den meisten Fressfeinden gemieden, obwohl sie eigentlich einfach zu fangen wären. 

Wie groß können Feuersalamander werden?

Tatsächlich können Feuersalamander recht groß werden. Mit einer Länge von 15 bis 20 Zentimetern gehören sie in unseren Breitengraden zu den größten bekannten Lurcharten. 

Es soll auch schon Ausnahmen gegeben haben, die eine Größe von bis zu 30 Zentimetern gehabt haben sollen. Das ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass das in etwa dem Unterarm eines erwachsenen Mannes entspricht. 

Wie alt werden die Tiere?

Vor der Anschaffung jedes Tieres sollte geklärt werden, wie es sich mit der Lebenserwartung verhält und ob man die Verantwortung für das Tier für diesen Zeitraum übernehmen möchte und kann. Feuersalamander werden bei guter Haltung nämlich gut und gerne 20 Jahre alt. 

Es gibt sogar Fälle, in denen gehaltene Tiere ein Alter von bis zu 50 Jahren erreicht haben sollen. Das geht natürlich über die Lebenserwartung hinaus, die diese Salamander in der Natur haben, sollte aber vor der Anschaffung definitiv berücksichtigt werden. 

Giftigkeit: Sind Feuersalamander gefährlich für Menschen?

Einen Feuersalamander berühren

Da die Musterung des Feuersalamanders ja bereits darüber Aufschluss gibt, dass es sich um ein giftiges Tier handelt, bleibt natürlich noch die Frage, wie stark das Gift ist, wie es wirkt und ob der Mensch potenziell gefährdet ist. 

Der Feuersalamander bildet giftiges Sekret auf der Haut, was die Tiere effektiv vor Fressfeinden schützt, da es besonders Schleimhäute angreift. Das bedeutet, wenn ein Jäger den Salamander in den Mund nimmt, merkt er direkt, dass es keine gute Idee war. 

Für uns Menschen ist der Feuersalamander jedoch nicht gefährlich. Solange du dir nach dem Berühren des Tieres nicht in die Augen oder andere Schleimhäute fasst, oder auf die Idee kommst, den Feuersalamander gar in deinen Mund zu stecken, droht keine Gefahr.

Genauso wie bei potenziellen Fressfeinden würde das Gift an unseren Schleimhäuten starke Irritationen auslösen. Diese können, je nachdem ob man eventuell sogar noch allergisch ist, schwächer oder stärker ausfallen. Beim Handling der Tiere ist es also dringend zu empfehlen, dass man sich anschließend sehr gut die Hände wäscht. Dann droht jedoch keine Gefahr.

Feuersalamander – Haltung im Terrarium

Nachdem wir jetzt einige grundlegende Dinge zum Feuersalamander geklärt haben, kommen wir nun zu der Haltung der Tiere. Dabei sind sowohl die Größe des Terrariums, seine Beschaffenheit und natürlich auch die klimatischen Bedingungen entscheidende Faktoren. 

Die richtige Größe des Terrariums

Das Terrarium für den Feuersalamander sollte je nach Anzahl der Tiere gewählt werden, die man halten möchte. Grundsätzlich kann ich dir aber empfehlen, ein Terrarium mit den Maßen 100x60x50 (LxBxH) zu wählen. 

Wie bei eigentlich allen Tieren kann ich auch hier darauf hinweisen, dass es natürlich auch gerne immer größer geht. Wenn du die Möglichkeit und den Platz hast, biete deinen Feuersalamandern gerne ein größeres Terrarium.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

In der Terraristik ist es eigentlich standardmäßig so, dass Wärmelampen für die Tiere benötigt werden. Beim Feuersalamander hingegen sieht das etwas anders aus. 

Diese Lurche halten sich in freier Wildbahn grundsätzlich an eher kühleren und feuchteren Orten auf. Daher brauchen die Tiere tagsüber gerade einmal Temperaturen von maximal 20 Grad Celsius. Nachts darf die Temperatur auch auf 18 Grad Celsius oder tiefer fallen. 

Da ein Tag-Nacht-Rhythmus für Feuersalamander jedoch wichtig ist, sollten LEDs* angebracht werden, die tagsüber das Terrarium mit Licht versorgen. 

Die Luftfeuchtigkeit jedoch muss recht hoch sein. Hier sollten die Werte bei circa 80 bis 90 Prozent liegen. Das ist natürlich durch regelmäßiges Sprühen mit einer Sprühflasche durchaus machbar. Jedoch würde ich der Einfachheit halber eine Beregnungsanlage* oder einen Vernebler empfehlen. Mit einem Hygrometer kannst du dann immer ganz genau sehen, ob sich die Luftfeuchtigkeit im idealen Bereich befindet. 

Artgerechte Einrichtung für das Terrarium

Was die Einrichtung des Terrariums betrifft, kannst du dich relativ gut an einem naturbelassenen Wald orientieren. Morsche Baumstämme und Wurzeln, die von Moos übersät sind. Laub und viele Versteckmöglichkeiten. 

Wenn du so etwas wie Totholz oder Moos aus dem Wald nutzen möchtest, achte bitte darauf, dass es sich nicht um ein Naturschutzgebiet handelt. Wichtig zu erwähnen ist auch, dass in der Natur entnommene Dinge von der sogenannten Salamanderpest infiziert sein können. Dieser Pilz dezimiert aktuell leider den natürlichen Bestand der Feuersalamander und kommt in einigen Regionen Deutschlands vor.

Ob du dich aber nun entscheidest, die Einrichtung des Terrariums aus der Natur zu beziehen oder diese sachgemäß im Handel zu kaufen. Eines ist besonders wichtig: Der Bodengrund für die Tiere. 

Feuersalamander graben nicht nur sehr gerne, sie leben auch praktisch die ganze Zeit in Bodennähe. Daher empfehle ich dir definitiv spezielle Terrarienerde* zu verwenden. Die Erde solltest du 10 bis 16 Zentimeter aufschichten. 

Jetzt solltest du noch reichlich Rindenstücke* oder Korkröhren* in das Terrarium geben, sodass sich die Feuersalamander verstecken können. Sowohl für das Erhalten der Luftfeuchtigkeit als auch für die natürliche Optik empfehle ich Moos in das Terrarium einzusetzen.

Zum Schluss sollte eine großzügige Wasserschale* nicht fehlen, in der die Lurche bei Bedarf auch baden gehen können. 

Fütterung: Was fressen Feuersalamander?

Portrait eines Feuersalamanders

Feuersalamander sind reine Fleischfresser. In der Natur machen sie besonders gerne Jagd auf Regenwürmer oder kleinere Nacktschnecken. Im Grunde genommen fressen sie alles, was in ihr Maul passt. 

So gesehen, kannst du deine Feuersalamander mit Regenwürmern oder auch Schnecken aus dem Garten füttern. Hierbei ist jedoch immer zu beachten, dass diese Futtertiere nicht durch irgendetwas infiziert sind, was deinen Salamandern eventuell schaden kann.

Gängige Futtertiere, die diese Lurche gerne annehmen, sind daher auch Heimchen*, Grillen* oder Mehlwürmer*. Wenn du wissen möchtest, wie man Mehlwürmer selber züchten kann, dann schau dir diesen Beitrag von mir an:

Die Frequenz der Fütterung hängt von der Größe und dem Alter des Feuersalamanders ab. Sehr junge Tiere brauchen täglich Nahrung, wohingegen adulte Exemplare nur etwa drei Mal die Woche gefüttert werden müssen.

Winterruhe bei Feuersalamandern – Das solltest du beachten!

Die natürlichen Bedingungen der Tiere so gut es geht nachzustellen bedeutet auch, dass eine Winterruhe unerlässlich ist. Besonders dann, wenn du Feuersalamander züchten willst, ist ein klarer Jahreszyklus sehr wichtig.

Die kalten Monate von Ende November bis Ende Februar sollten die Tiere also ihre Winterruhe halten. Dabei wird die Umgebungstemperatur auf unter acht Grad Celsius abgesenkt. Dabei stellen die Salamander die Futteraufnahme ein und ziehen sich zurück.

Oft ist es schwer, diese Temperaturen im Terrarium zu erreichen, wenn es sich in der Wohnung befindet. Unter diesen Umständen kann es eine sinnvolle Alternative sein, die Tiere in eine gut belüftete Box zu bringen und diese in einen Kühlschrank zu stellen, dessen Temperatur dann Stück für Stück gesenkt wird.

An dieser Stelle empfiehlt es sich jedoch, die Temperatur nicht unter 4 Grad Celsius zu senken. Wichtig ist ebenfalls, dass in der Box für die Überwinterung auch genügend Laub und Erde ist, in die sich die Tiere eingraben können. Dafür kannst du natürlich deinen gewöhnlichen Kühlschrank verwenden, sollte er zuverlässig einstellbar sein. Ansonsten würde ich ein solches Modell empfehlen.

Vergesellschaftung: Kann man Feuersalamander zusammen halten?

Ein Tier alleine zu halten ist bestimmt langweilig – das denken sicherlich einige Menschen. Bei vielen Tieren in der Terraristik ist eine Vergesellschaftung unglaublich schwer bis unmöglich. 

Beim Feuersalamander jedoch sieht das Ganze etwas anders aus. Diese farbenfrohen Lurche können problemlos zu zweit oder auch in kleineren Gruppen gehalten werden. Dabei solltest du jedoch darauf achten, dass das Terrarium den Tieren dann auch genügend Platz bietet. 

Wo kann man Feuersalamander kaufen?

Da der Feuersalamander nicht unbedingt zu den Tieren gehört, die in jedem Zoohandel erhältlich sind, stellt sich natürlich die Frage, wo man den heimischen Exoten nun kaufen kann. 

Inzwischen gibt es eine recht große Szene von privaten wie auch gewerblichen Züchtern, die Feuersalamander anbieten. Bei solchen bekommst du einen Feuersalamander schon für 20 Euro, oder zum Teil noch weniger. 

Rechtliches zur Feuersalamander-Haltung

Feuersalamander gehören zu den streng geschützten Tieren. Daher ist ein Herkunftsnachweis unbedingt erforderlich. Dieser gibt darüber Auskunft, aus welcher Zuchtlinie der Salamander stammt. 

Der Hintergrund ist der, dass verhindert werden soll, dass Feuersalamander aus der Natur entnommen werden. Das steht nämlich unter Strafe.

In welchen Ländern kommen die Salamander vor?

Der Feuersalamander ist, wie du ja mit Sicherheit weißt, in Deutschland heimisch. Allerdings kommen diese Tiere auch in anderen Bereichen Europas vor. 

Tatsächlich sind diese Lurche nämlich über Osteuropa bis nach Griechenland verbreitet. Auch in Italien, Spanien und Portugal kommen Feuersalamander vor.

Der natürliche Lebensraum der Tiere

Feuersalamander halten sich in der Regel gerne in Mischwäldern auf. Dabei bevorzugen sie feuchte und wasserreiche Gebiete. 

Grundsätzlich leben diese Salamander auf einer Höhe von circa 200 bis 400 Metern über dem Meeresspiegel. In Regionen wie dem Schwarzwald beispielsweise kommen die Tiere jedoch auch noch in Höhen von bis zu 1000 Metern vor. 

Fazit: Ist der Feuersalamander für Anfänger geeignet?

Zum Schluss dieses Artikels möchte ich noch darauf eingehen, ob die Feuersalamander-Haltung auch etwas ist, an der sich ein Anfänger versuchen kann. 

Im Grunde genommen kann man sagen, dass die Haltung dieser Lurche keine allzu große Herausforderung darstellt. Wenn du einige Sicherheitsmaßnahmen befolgst, kann dir das Gift des Feuersalamanders nichts anhaben. Davon abgesehen sind die Tiere bei guten Bedingungen auch recht robust.

Allerdings stellt vor allem die Winterruhe und das Aufrechterhalten der Luftfeuchtigkeit eine gewisse Herausforderung dar. Für beides wäre technische Hilfe in Form eines Verneblers oder eines speziellen Kühlschrankes sinnvoll. 

Wenn diese Punkte beachtet werden, würde ich einem Anfänger nicht unbedingt dazu raten, sich Feuersalamander anzuschaffen. Wenn du dich als Anfänger jedoch gut mit den Tieren auseinandersetzt und wirklich genau weißt, worauf du dich einlässt, sehe ich auch da kein Problem. 

Ich freue mich, dass du diesen Artikel bis hierhin gelesen hast und hoffe, dass ich dir einige Fragen zur Feuersalamander-Haltung beantworten konnte. Solltest du noch etwas wissen wollen oder Anregungen haben, schreibe mir gerne einen Kommentar. 

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