Aga-Kröte – Haltung und Pflege im Terrarium

Aga-Kröte – Haltung und Pflege im Terrarium

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Aga-Kröten haben leider dadurch eine traurige Bekanntheit erlangt, dass diese invasiven Tiere in Australien zu einem Problem für die heimischen Tiere wurden. Natürlich können die Kröten selbst nichts dafür, dass der Mensch sie an einem Ort ausgesetzt hat, an welchem sie sich nicht hätten stark vermehren sollen.
Trotz dieses etwas negativen Stigmas sind diese wunderschönen Amphibien nicht ohne Grund ein beliebtes Haustier in der Terraristik.

Falls du dir gerade überlegst, eine Aga-Kröte anzuschaffen, oder falls du schon welche hast, aber noch ein paar Tipps zur Haltung der Amphibien brauchst, ist dieser Artikel genau das Richtige für dich. 

Optische Merkmale von Aga-Kröten

Aga-Kröte auf einer Wiese

Bezüglich ihrer Färbung ist die Aga-Kröte nicht besonders auffällig. Die Tiere haben eine braun-graue Grundfärbung mit vereinzelten etwas dunkleren Elementen über ihrem Rücken verteilt. 

Wie es für Kröten üblich ist, sind über den gesamten Körper warzenähnliche Hubbel zu sehen. An dieser Stelle sei jedoch gesagt, dass der Mythos nicht stimmt, dass man durch das Anfassen von Kröten Warzen bekommen könnte. 

Der Kopf, so wie das Maul der Tiere, ist recht breit gebaut, was es den Aga-Kröten ermöglicht, recht große Beutetiere im Ganzen zu verschlingen.  

Wie groß und schwer wird die Aga-Kröte?

Für eines sind Aga-Kröten jedoch zurecht bekannt: Ihre unglaubliche Größe. Im Normalfall kann ein solches Tier bis zu 25 Zentimeter lang werden, was schon beachtlich ist. 

Es wurden jedoch sogar Exemplare gefunden, die eine Körperlänge von bis zu 38 Zentimetern aufgewiesen haben. Diese Ausmaße sind bei der Haltung im Terrarium jedoch unrealistisch. 

Wie alt wird eine Aga-Kröte?

Vor der Anschaffung von Haustieren sollte natürlich das potenzielle Alter berücksichtigt werden. Bei guter Haltung kann man von einer Lebenserwartung von 15 bis 20 Jahren ausgehen. 

Das ist durchaus beachtlich und sollte unbedingt in die Planung mit einbezogen werden. Es passiert leider noch viel zu oft, dass zunächst das potenziell hohe Alter der Tiere nicht berücksichtigt wird und die Besitzer mit dem eigentlichen Lebensalter überfordert sind oder das Tier gar sogar aussetzen würden. 

Auf genau diese Weise kommt es dazu, dass die eigentlich echt tolle Aga-Kröte zu einer invasiven Art werden kann und einen schlechten Ruf erhält. Daher überleg dir das vor der Anschaffung bitte ganz genau.

Handling: Ist die Aga-Kröte giftig?

Um die Frage direkt zu beantworten: Ja, die Aga-Kröte ist giftig! Aber keine Panik, bei dem richtigen Umgang besteht absolut keine Gefahr. 

In der Natur müssen sich diese Kröten mittels ihres Giftes gegen Fressfeinde verteidigen. Das kann sogar unter Umständen dazu führen, dass ein Räuber in der Natur seinen Fressversuch nicht überlebt. 

Beim Handling der Agakröte solltest du lediglich darauf achten, nach der Berührung der Tiere die Hände gründlich zu waschen. Sollte das giftige Sekret der Kröte an Schleimhäute geraten, kann es sonst nämlich ziemlich unangenehm werden. 

Aga-Kröte – Haltung im Terrarium

Aga-Kröte im Terrarium

Lass uns jetzt zur Haltung der Aga-Kröte kommen und besprechen, worauf du hierbei achten solltest. Da diese Tiere eine durchaus beachtliche Größe erreichen können, sollte definitiv ausreichend Platz vorhanden sein. Natürlich dürfen auch die klimatischen Bedingungen und eine artgerechte Einrichtung des Terrariums für die Exoten nicht fehlen. 

Die ideale Größe des Terrariums

Du weißt ja bereits, dass Aga-Kröten sehr groß werden können. Dementsprechend groß sollte natürlich auch das Terrarium der Tiere sein. Hierbei empfehle ich mindestens ein Terrarium mit den Maßen 120x60x60 (LxBxH) Zentimetern zur Verfügung zu stellen. 

Solltest du die Möglichkeit haben, kannst du natürlich auch ein größeres Terrarium nehmen. Bei der artgerechten Haltung, kann es kein “zu groß” geben, die Tiere sind dir definitiv immer dankbar für mehr Platz. 

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Aga-Kröten sind exotische Tiere und brauchen demnach exotische Lebensbedingungen. Tagsüber sollte die Temperatur im Terrarium bei circa 26 bis 30 Grad Celsius liegen. Nachts darf die Temperatur auf circa 22 Grad Celsius abfallen. 

Am besten erreichst du tagsüber diese Werte mit einer UV-Wärmelampe. Nachts kannst du mit einem Heizstrahler zusätzlich Wärme erzeugen, sollte die Zimmertemperatur nicht ausreichen. Generell kann noch eine Heizmatte oder ein Heizkabel im Terrarium installiert werden. 

Die Luftfeuchtigkeit im Terrarium muss für diese Amphibien dauerhaft sehr hoch bleiben. Tagsüber sollte sie bei circa 70 bis 80 Prozent liegen, nachts darf die Luftfeuchtigkeit auch gerne auf 90 Prozent und mehr ansteigen. 

Durch einfaches Sprühen ist das leider nur sehr schwer zu erreichen. Daher würde ich dir empfehlen, eine Beregnungsanlage oder einen Vernebler* zu installieren. Beides sorgt nicht nur für eine stabile Luftfeuchtigkeit, sondern auch für ein interessantes Ambiente im Terrarium. Um die Luftfeuchtigkeit stets überwachen zu können, würde ich noch ein Hygrometer* in das Terrarium stellen. So bist du immer auf der sicheren Seite. 

Artgerechte Einrichtung für das Terrarium

Da wir ja möchten, dass sich unsere Schützlinge in ihrem Terrarium wohlfühlen, sollten wir den natürlichen Lebensraum so gut es geht nachbilden. Dafür ist zunächst einmal der Bodengrund sehr wichtig. 

Da dieser aus einem Material bestehen sollte, welches Feuchtigkeit gut speichert, würde ich ein Gemisch aus Terrarienerde* und Kokoshumus* empfehlen. Aga-Kröten graben sehr gerne mal, weshalb du das Substrat 15 bis 20 Zentimeter aufschichten solltest. 

Ebenfalls unerlässlich ist ein großes Wasserbecken*. Das kann, wenn möglich, sogar mit einer Filteranlage versehen werden. Das Wasserbecken darf gerne ein Drittel des Terrariums ausmachen. Hierbei kommen vorgefertigte Becken in Frage, aber auch große Plastikboxen*, die entsprechende Maße haben. 

Jetzt sollten natürlich noch einige Versteckmöglichkeiten angeboten werden. Hierfür eignen sich Korkröhren* oder einfache Rindenstücke*, die natürlich eine entsprechende Größe haben, damit die Kröte auch drunter passt. 

Zum Schluss kannst du für eine bessere Optik und das Klima im Terrarium noch Pflanzen in das Terrarium setzen. Diese helfen nicht nur die Luftfeuchtigkeit zu erhalten, sondern bilden einen natürlichen Lebensraum noch besser nach. 

Achte jedoch darauf, dass die Pflanzen frei von Parasiten sind und auch keine giftigen Sekrete abgeben. Alternativ kannst du sonst Kunstpflanzen* verwenden, wenn du dir hier nicht sicher bist. 

Fütterung: Was fressen Aga-Kröten?

Kurz gesagt: So gut wie alles! Aga-Kröten sind dafür bekannt, alles zu futtern, was in ihr Maul passt. Da diese Tiere ein recht großes Maul haben, können sie sogar kleinere Säuger wie Mäuse problemlos fressen.

Tatsächlich könnte man Aga-Kröten mit Fleisch, Fisch oder sogar Katzenfutter* aus dem Supermarkt füttern. Davon würde ich jedoch abraten, da es von der natürlichen Nahrungsaufnahme der Tiere abweicht. 

Stattdessen darfst du sie gerne mit Grillen*, Heuschrecken*, Heimchen*, Schaben* oder auch mit Mehlwürmern* füttern.
Wenn du wissen willst, wie du Mehlwürmer selber züchten kannst, empfehle ich dir den folgenden Artikel zu lesen:

Aga-Kröten würden, wenn sie könnten, täglich fressen und das so viel wie möglich. Da das jedoch zur Verfettung der Amphibien führen kann, sollte das Füttern auf zwei bis drei Mal die Woche beschränkt werden. 

Kann man Aga-Kröten zusammen halten?

Zusammenleben von Aga-Kröten

Tatsächlich sollte man Aga-Kröten sogar zusammen halten. In der Pärchenhaltung fühlen sich die Kröten besonders wohl. 

Was du jedoch vermeiden solltest, ist das Halten von zwei Männchen. Wie bei den meisten Tieren kann das schnell zu Revierkämpfen führen. 

Wo kann man die Aga-Kröte kaufen?

Aga-Kröten sind inzwischen leider nicht mehr ganz so einfach zu finden. Es gibt zwar einige private Züchter, die diese Tiere anbieten, diese werden jedoch gefühlt zunehmend weniger. 

Professionelle Händler wie beispielsweise Interaquaristik wären demnach die beste Wahl, wenn du eine Aga-Kröte kaufen möchtest. Die Preise für die Tiere sind hier auch recht gut. Du zahlst je nach Größe zwischen 30 und 40 Euro. 

Woher stammen diese Kröten ursprünglich?

Aga-Kröten stammen ursprünglich aus Süd- beziehungsweise Mittelamerika. Mittlerweile haben sie sich auch unkontrolliert in Australien ausgebreitet, was den Grund hatte, dass sie einst für die Schädlingsbekämpfung eingesetzt wurden. Inzwischen sind sie dort, wie schon am Anfang kurz erwähnt, zu einer Plage geworden. 

Natürlicher Lebensraum der Tiere

Die Tiere halten sich am liebsten in der Nähe von Wasser auf. Besonders verbreitet sind sie in den Amazonasgebieten. Der natürliche Lebensraum der Kröte ist dabei vorzugsweise der Regenwald. Dort leben die Aga-Kröten am Boden und verstecken sich tagsüber unter Felsen oder Baumstämmen. 

Fazit: Ist die Haltung der Aga-Kröte für Anfänger geeignet?

Zum Schluss möchte ich noch ein kurzes Fazit zu der Haltung der Aga-Kröte ziehen. Im Grunde genommen ist die Haltung dieser Tiere nicht besonders schwer und somit auch für Anfänger gut möglich. 

Du solltest vor der Anschaffung jedoch beachten, dass besonders die Luftfeuchtigkeit schwer zu erreichen ist. Hierbei solltest du schon im Vorfeld wissen, dass du um technische Ausrüstung wie einen Vernebler oder eine Beregnungsanlage nicht herumkommen wirst. 

Von der Widerstandsfähigkeit her sind diese Kröten jedoch sehr stark. Damit verzeihen sie auch mal kleinere Fehler. Was nicht bedeuten soll, dass du dich im Vorfeld nicht gut informieren solltest, bevor du dir eine Aga-Kröte anschaffst. 

Ich freue mich, wenn ich dir zu der Haltung der Aga-Kröte einige wichtige Informationen geben konnte. Solltest du noch etwas wissen wollen oder Anregungen zum Thema haben, schreibe mir gerne einen Kommentar. 

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